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FOTOREISE AUF DIE LOFOTEN

14/08/2015 - 18/08/2015 Das erste Mal war ich 2014 auf den Lofoten, damals noch auf einer geführten Fotoreise mit 10 anderen Fotoverrückten. Ich war damals von diesem Ort so begeistert, dass ich entschied nochmal hierher zurückzukommen. Dann aber auf eigene Faust, mit ein paar guten Freunden, die begeisterte Landschaftsfotografen sind - so wie ich. Der Vorteil einer Reise auf eigene Faust ist die Flexibilität, selbst zu entscheiden welche Location ich wann und wie fotografieren will, zum Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, tagsüber oder doch lieber Nachts. Nicht zuletzt ist es auch deutlich preiswerter allein zu reisen und nicht in einer großen Gruppe mit mehreren Guides, für die Gage, Hotel- und Flugkosten ja mit bezahlt werden müssen. Zuerst musste eine geeignete Unterkunft für uns gefunden werden, die möglichst zentral zu den Locations liegt um so möglichst kurze Anfahrtszeiten zu haben - was gerade zum Sonnenaufgang wichtig ist. Meine Mitreisenden waren schnell gefunden - Axel und Andreas, mit denen ich schon mehrfach auf Tour war und Achim, den ich bisher nur über Facebook kannte. Als Unterkunft fanden wir ein Ferienhaus, direkt am Wasser und mit vier Schlafzimmern, welches 2017 neu renoviert wurde und insgesamt 850,-EUR kosten sollte. Somit kostete die Unterkunft pro Nase etwas über 200,- EUR, was unglaublich günstig ist - verglichen mit den üblichen Kosten für ein Hotelzimmer, was am Tag schon soviel kostet. Sicher bietet ein Hotel ein schönes Frühstücksbuffet, nur sind wir zu den üblichen Frühstückszeiten auf Tour und können dieses eh nicht nutzen. Warum also dafür bezahlen? Da im Winter sehr viele Fotografen auf die Lofoten reisen und die Anzahl der preiswerten Unterkünfte arg beschränkt ist, empfehle ich jedem sich frühzeitig um eine geeignete Bleibe zu kümmern. Dann ging es an das buchen der Flüge und des Mietwagens. Es war gar nicht so einfach alle unter einen Hut zu bekommen, zumal wir quer über Deutschland verstreut wohnten. Da Achim und Andreas 10 Tage bleiben wollten und Axel und ich nur 8 Tage, war es nicht ganz so kompliziert die Flüge so zu koordinieren, dass wir möglichst zur gleichen Zeit in Narvik ankamen. Ich flog diesmal direkt ab Berlin Schönefeld mit "Norwegian Air" bis Oslo, wo ich mich mit Axel traf und wir gemeinsam nach Narvik weiterflogen. Es kam auch ein Weiterflug bis Leknes in Betracht, jedoch war dieser erheblich teurer und passte auch zeitmäßig nicht wirklich in unser Konzept. So mussten wir leider die 250 km mit dem Mietwagen planen, was einer Fahrtzeit von ca. 4,5 Stunden entsprechen dürfte. Den Mietwagen buchte ich über Avis, die direkt im Flughafen eine Station unterhalten und die am günstigsten waren. Für die acht Tage und einen Toyota Avensis mit Automatik bezahlten wir 380,- EUR, inkl. Kilometer, zweitem Fahrer und Vollversicherung mit 1.000,- EUR Selbstbeteiligung. Diese, doch recht hohe, Selbstbeteiligung konnte auch nicht durch eine Extragebühr heruntergesetzt werden. Über die Hanse Merkur Versicherung gibt es jedoch eine Versicherung, die diese hohe Selbstbeteiligung, im Schadenfall, übernimmt. Hierfür wurden dann nochmal 40,- EUR fällig, was es uns aber wert war. Als alles organisiert war ging es an die Recherche zu den Locations. Dafür nutze ich Google, Google Earth, TPE, Locationscout und natürlich meine eigenen GPS-Aufzeichnungen aus meiner vorangegangenen Reise auf die Lofoten. Mit der "App PlanIt!" konnte ich Sonnenstand, Gezeiten, Nachthimmel, Spezielle Stunden usw. im Vorfeld recherchieren und abspeichern. Es gibt auch noch andere Apps, wie "TPE", "Sun Surveyor" - aber keine ist so umfangreich und mächtig wie "PlanIt!". Für die Aurora-Vorhersage nutze ich die Apps "Polarlicht" und "Nordlichtmelder", beide kostenlos und ausreichend. Im Internet findet ihr eine gute Vorhersage zu den Polarlichtern unter http://www.gi.alaska.edu/AuroraForecast/Europe . Zu den Lofoten: Die Lofoten sind eine Reise durch eine überwältigende Natur, an jeder Ecke neue Fotospots - eine schöne und gleichzeitig brutale Landschaft. Kleine, geschützte Fischerdörfer und weiße Strände mit kristallklarem Wasser, aufbrausendes Meer und raue See. Ins Wasser hinabstürzende Bergspitzen sehen aus wie die Gipfel der Alpen die direkt im Meer stehen - ein unglaublicher Anblick, den man nicht vergisst. Die Inselwelt der Lofoten liegt ca. 300 km nördlich des Polarkreises und im arktischen Winter herrschen hier beste Bedingungen für das Nordlicht ein überwältigendes Naturschauspiel aus Licht und Farben, das euch ein einzigartiges Erlebnis garantiert. Die ca. 80 Inseln sind alle über filigrane Brücken und kilometerlange Tunnel miteinander und mit dem Festland verbunden, wobei einige der Tunnel bis zu 55 Meter unter dem Meeresspiegel verlaufen. Die Wintermonate überwiegen und die Sommersaison dauert gerade einmal 3 Monate. Zur Ausrüstung: Bekleidungs- und Kameraseitig stellt die Polarlichtfotografie besondere Anforderungen an das Material. Immerhin befinden sich die Locations hoch oben im Norden und im Winter wird es durchaus auch mal kalt. Durch den warmen Golfstrom wird die extreme Kälte aber gut abgemildert und somit sind die Temperaturen erträglich, aber frieren und fotografieren sind keine guten Partner, so dass der richtigen Bekleidung eine immense Bedeutung zukommt. Mit einem Fjällräven Yupik-Parka, warmer Merino-Unterwäsche, Kamik-Stiefeln und einer Fjällräven Winter-Hose war ich sehr gut gerüstet und meine zwei Peacock Taschenöfen und eine ausreichende Anzahl an Heatpaxx Zehenwärmern machten meine Ausrüstung komplett. Zum Fotografieren nahm ich die Canon 5D Mark IV und 5D Mark II mit. Beide "brennen" die Fotos auf einen Vollformat-Sensor, sind mehrfach abgedichtet und somit ideal für widrige Umstände. Ferner kamen lichtstarke Festbrennweiten mit  21 mm und 50 mm und zwei Zoomobjektive mit 16-35 mm und 24-105 mm Brennweite ins Gepäck. Kopflampe mit Rotlicht, Kabelfernauslöser, LEE Verlaufsfilter, LEE Big-Stopper, Polfilter, ND-Filter, Ersatzakkus und natürlich ein stabiles Stativ komplettierten meine Ausstattung. Tag 1: Mein Flug ging ab Berlin Schönefeld mit "Norwegian Air" pünktlich auf die Minute um 14:20 Uhr. Probleme beim Check-in , etwa mit Übergepäck oder mit meinem großen Fotorucksack, hatte ich überhaupt nicht und auch so war ich von dieser Billig-Airline positiv überrascht - nagelneue Boeing`s mit kostenlosem WLAN während des Fluges und ausreichend Platz zum Vordermann. Nach 1 Stunde und 40 Minuten Flug landete ich überpünktlich in Oslo, wo der Winter mit jeder Menge Schnee Einzug gehalten hatte. Hier traf ich mich dann auch mit Axel, der aus München anreiste. Wir hatten uns 2015 in der Bretagne kennengelernt und waren die Jahre darauf oft gemeinsam auf Tour. Leider hatte unser Anschlussflug nach Narvik eine ganze Stunde Verspätung, so dass wir erst um 20:40 Uhr im hohen Norden Norwegens landeten. Nun hieß es noch schnell den Schlüssel für unseren Mietwagen am AVIS Schalter abzuholen, bevor es auf die 4 stündige Fahrt nach Leknes ging. Unser Toyota Hybrid war recht neu, hatte aber einige Macken und ständig irgendwelche Fehlermeldungen die offensichtlich der Kälte, wir hatten minus 20°C, geschuldet waren. Die extrem unbequemen Sitze machten die 250 Kilometer zur Tortur für unser beider Rücken, aber nach 4,5 Stunden Fahrt durch die eisige Nacht Norwegens hatten wir dann endlich unser Ferienhaus um 01:30 Uhr erreicht, wo Achim und Andreas schon auf uns warteten. Tag 2: Trotz der späten und strapaziösen Ankunft war an ausschlafen nicht zu denken. Um 06:30 Uhr klingelte der Wecker und riss mich aus dem Schlaf, denn wir wollten den Sonnenaufgang in Sakrisøy um 08:04 Uhr auf keinen Fall verpassen. Die Sonne würde um diese Jahreszeit hinter uns aufgehen und die ganze Bergkulisse in ein magisches und oranges Licht tauchen. Das Wolkenradar verhieß allerdings nichts gutes, denn genau im Bereich des Sonnenaufganges gab es ein dichtes Wolkenband und dieses würde die Sonnenstrahlen und damit das warme Licht blockieren. Aber Versuch macht Klug, dachten wir uns und vielleicht reist die Wolkendecke ja doch noch ein wenig auf um die Sonnenstrahlen passieren zu lassen. An der Location angekommen, sah es leider dann doch nicht so gut aus. Wir schossen dennoch ein paar Bilder und beschlossen am nächsten Morgen wieder zu kommen um es noch einmal zu probieren. Wir hatten ja ein paar Tage Zeit und an irgendeinem Tag wird es schon klappen mit dem Licht. Nach dem Frühstück fuhren wir dann entlang der E10 zum Flakstatt Beach, stoppten unterwegs noch an einer roten Hütte und schauten uns schon mal um für eine Nacht-Location, die geeignet war um Polarlichter zu fotografieren. Am Abend hielten wir dann noch am Nusfjord, wo ich einen schönen Ice Crack fotografieren konnte, bevor wir wieder zu unserem Ferienhaus fuhren. Mit Polarlichtern sollte es jedoch heute Nacht nicht mehr klappen. Tag 3: Nach kurzem Schlaf ging es die 20 Minuten nach Hamnøy bzw. Sakrisøy, welches direkt neben Hamnøy liegt. Ein Blick an unserem Ferienhaus zum Himmel verhieß nichts gutes, jedoch sagte das Wolkenradar etwas anderes voraus. Also den Toyota gepackt und die vereisten Straßen in Richtung Hamnøy gefahren. Das fahren auf den vereisten Straßen ist recht easy, da die Mietwägen in der Regel alle mit Spikes ausgestattet sind und das Auto auch bei Geschwindigkeiten um 80 km/h noch recht sicher auf der Straße liegt. Mit jedem Kilometer, dem wir unserem Ziel näher kamen, stieg unsere Vorfreude denn am Himmel tat sich eine breite Wolkenlücke auf. Wir entschieden uns jedoch für einen Stopp in Hamnøy und hoben uns Sakrisøy für den nächsten Tag auf, da die Wettervorhersage positiv war. Die Location ist nicht ganz einfach, da sich Hamnøy nur von der Brücke richtig gut fotografieren lässt und es dort ein recht hohes Geländer mit engen Gitterstäben gibt. Fotografen mit einem Stativ, welches über eine ausfahrbare und schwenkbare Mittelsäule verfügt, sind hier ganz klar im Vorteil. Ich hatte meines, aus Gewichtsgründen, zu Hause gelassen und musste meine Optik irgendwie durch die Gitterstäbe zwängen. Allerdings ist das Aufstecken der Filter sehr mühselig und ich musste aufpassen diese nicht geradewegs im Fjord zu versenken. Ich denke, da wird schon einiges an Equipment unterhalb der Brücke im Wasser liegen. Ich und Axel fuhren dann weiter zum Leuchtturm von Buksnes, wo ich gern noch Stunden weiterfotografiert hätte. Aber wir wollten weiter zum Unstad Beach um den Sonnenuntergang mitzunehmen, wobei die Sonne hinter einem Berg hervorkommt um dann hinter dem Horizont unterzugehen. Als wir aus dem Auto stiegen, wehte uns ein eisiger Sturm ins Gesicht und unten am Wasser rollten extrem hohe Wellen über die großen Steine und Felsen an den Strand. Wir balancierten über die großen runden Steine, die zum Teil verschneit waren hinunter zum Wasser und warteten auf den Moment als die Sonne hinter dem Berg hervorlugte. Mit einer hohen Blendenzahl (kleine Öffnung) konnte ich einen schönen Blendenstern an den Himmel zaubern. Nach einer Weile kamen dann auch noch zwei Surfer an den Strand, die im 2°C kalten Wasser und bei - 8°C Außentemperatur ihren Spaß haben wollten und die für uns ein schönes Fotomotiv abgaben, wobei ich schon vom Zuschauen gefroren habe. Tag 4: Heute Morgen sollte es dann endlich mit Sakrisøy klappen. Wir stiegen auf den Berg um einen schönen Blick von oben auf das kleine Örtchen zu haben, welches auf einer kleinen Insel liegt und von markanten Bergen umgeben ist. Im Winter ist der Aufstieg etwas beschwerlich und ohne Spikes an den Stiefeln nicht zu bewerkstelligen. Oben angekommen baute ich mein Stativ am Rand des Abgrundes auf und positionierte gleich noch meine zweite Kamera für ein Time lapse Video. Die hinter uns aufgehende Sonne brachte den Berg hinter Sakrisøy regelrecht zum "glühen" - ein magischer Moment, eingebrannt in meinem Gedächtnis und festgehalten von meiner Kamera. Am Nachmittag fuhren Alex, Andreas und ich zum Strand von Uttakleiv in der Hoffnung auf einen schönen Sonnenuntergang, der die Berge rot erstrahlen lässt. Leider blieb dieses Naturschauspiel aus, aber wir hatten Glück mit dem Wellengang und konnten so einige schöne Bilder mit "Spaghetti-Wasser" auf den Sensor bannen. Nachts ging es dann noch zum Hauland Beach, wo sich die ersten Polarlichter ankündigten und später stoppten wir noch am Flakstatt-Pollen wo es ein regelrechtes Aurora-Feuerwerk gab. Und da der Himmel diese Nacht so gar nicht aufhören wollte zu brennen, fuhren wir noch nach Hamnøy und Reine um die Polarlichter auf unsere Speicherkarten zu bringen, denn dort gibt es diese nur recht selten zu sehen. Tag 5: Reine war das Ziel unserer Morgen-Location und genau wie in Hamnøy und Sakrisøy hofften wir auf eine Wolkenlücke im Himmel und orange glühende Felsen und unsere Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Mittlerweile hat sich der Spot herumgesprochen und das bis hin nach Asien. Somit standen auch schon einige Japaner und Chinesen oben auf der Brücke und warteten darauf, dass die Sonne hinter dem Horizont aus dem Meer steigt und die Berge um Reine herum in goldenes Licht taucht. In den letzten Jahren sind die Sträucher und Bäume unterhalb der Brücke doch recht groß geworden, so dass es eigentlich nur noch zwei Stellen gibt an denen man fotografieren kann, ohne dass Zweige einem die Sicht versperren. Nach den ersten Bildern baute ich ab und machte mich an den Abstieg um noch einige Bilder direkt unten am Fjord zu schießen. Hier unten war ich dann auch fast allein und konnte ungestört arbeiten und meine Position wechseln. Mit einem Polarisationsfilter konnte ich die Spiegelung im Wasser recht gut herausarbeiten, was letztendlich besser aussah. Gleichzeitig hatte ich meine 5D Mark II auf einem stabilen Mini-Stativ aufgebaut und mit einem programmierbaren Kabelfernauslöser verbunden, da ich ein time lapse Video machen wollte. Den Kabelfernauslöser programmierte ich so, dass er aller 5 Sekunden ein Bild machte und nach 250 Bildern dann den Vorgang abbrach. Die 250 Bilder waren nach 20 Minuten auf der Speicherkarte und l dann später für 10 Sekunden Video. Für die Berechnung der Anzahl Bilder und der Frequenz gibt es eine große Anzahl an Apps, oder ihr rechnet das ganze im Kopf. Moderne Kameras können das allerdings schon intern berechnen, wobei die 5D Mark IV sogar das Time lapse-Video intern erstellt - die 5D Mark II kann das allerdings alles nicht. Der Abstand, an dem die Kamera auslöst, ist natürlich abhängig von der Szenerie aus der ihr ein time lapse erstellen wollt. Hier mal ein paar Anhaltspunkte: • 1" - fließender Verkehr, sich schnell bewegende Wolken • 3" - Menschenmengen, Sonne und Mond in der Nähe vom Horizont • 5" - sich normal bewegende Wolken • 10" - sich sehr langsam bewegende Wolken • 30" - sternenklare Nacht • 60" - schnell wachsende Pflanzen, Aufbau von Konstruktionen Am Nachmittag fuhr ich dann mit Axel die 2,5 Stunden zur kleinen Holzkirche von Gimsøy, die auf keiner Lofoten-Tour fehlen sollte. Die kleine Straße zur Kirche war eine blanke Eisfläche und selbst mit unseren Spikes in den Reifen unseres Autos mussten wir hier schön langsam fahren. Die Kirche selbst liegt direkt am Wasser ist aus allen Richtungen sehr fotogen und überhaupt nicht überlaufen. Als wir ankamen brachen gerade eine kleine Gruppe eines Workshops auf und somit hatten wir die Location für uns allein. Der Himmel war leider zu wolkenlos, es war extrem kalt und windig und bei mir machten sich die ersten Anzeichen einer Grippe bemerkbar. Als Axel und ich unsere Bilder im Kasten hatten fuhren wir nochmal nach Eggum um den kleinen, aber feinen, Leuchtturm zu fotografieren. Direkt neben dem Leuchtturm stehen ein paar Häuser und die Lichtverschmutzung ist hier recht hoch. Dennoch konnten ich die Ausläufer der Milchstraße fotografisch festhalten und am rechten Horizont erschien das erste Polarlicht. Um das Polarlicht noch besser fotografieren zu können wechselte ich auf die andere Seite des Leuchtfeuers und suchte mir einen Standpunkt, wo der Leuchtturm optisch vom Polarlicht umschlossen war. Tag 6 und Tag 7: Die nächsten beiden Tage fielen für mich leider aus, da ich mit 39° Fieber im Bett lag und ich jeden einzelnen Knochen im Körper spürte. Draußen war es grau in grau und es tobte ein Schneesturm, der den ganzen Tag über anhielt, so dass ich nicht ganz so traurig darüber war im Bett liegen zu müssen. Später in Deutschland, stellte sich dann meine Erkältung aus handfeste Influenza vom Typ B heraus und mein Hausarzt wollte mich gleich ins nächste Krankenhaus einliefern lassen, was ich aber ablehnte. Tag 8: Morgens, so kurz nach Mitternacht, quälte ich mich dann aus meinem warmen Bett und machte mich mit Axel auf in Richtung Flughafen Narvik. Die Fahrt sollte knapp 5 Stunden dauern und unsere beiden Rücken wurden abermals durch die Toyota Sitze strapaziert. Die Außentemperatur-Anzeige im Toyota zeigte kuschelige minus 20°C und während der ganzen Fahrt gab es reichlich Polarlichter zu sehen, die ich sogar aus dem Auto heraus mit dem Handy fotografieren konnte - unglaublich. Kurz vor Narvik tankten wir den Toyota dann noch auf, um die hohen Gebühren des Vermieters dafür zu sparen. Die Tankstellen waren um diese Zeit alle geschlossen, aber die Zapfsäulen verfügen in der Regel über ein Kartenlesegerät, so dass man auch außerhalb der Öffnungszeiten seinen Wagen betanken kann. Unsere Rückreise verlief dann ohne weitere Komplikationen und Flugausfälle, so dass wir pünktlich in Deutschland landeten - im Gepäck viele schöne Erinnerungen und volle Speicherkarten mit noch schöneren Bildern.
LOFOTEN
Inselwelt nördlich des Polarkreises
LOFOTEN Inselwelt nördlich des Polarkreis

FOTOREISE AUF DIE

LOFOTEN

14/08/2015 - 18/08/2015 Das erste Mal war ich 2014 auf den Lofoten, damals noch auf einer geführten Fotoreise mit 10 anderen Fotoverrückten. Ich war damals von diesem Ort so begeistert, dass ich entschied nochmal hierher zurückzukommen. Dann aber auf eigene Faust, mit ein paar guten Freunden, die begeisterte Landschaftsfotografen sind - so wie ich. Der Vorteil einer Reise auf eigene Faust ist die Flexibilität, selbst zu entscheiden welche Location ich wann und wie fotografieren will, zum Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, tagsüber oder doch lieber Nachts. Nicht zuletzt ist es auch deutlich preiswerter allein zu reisen und nicht in einer großen Gruppe mit mehreren Guides, für die Gage, Hotel- und Flugkosten ja mit bezahlt werden müssen. Zuerst musste eine geeignete Unterkunft für uns gefunden werden, die möglichst zentral zu den Locations liegt um so möglichst kurze Anfahrtszeiten zu haben - was gerade zum Sonnenaufgang wichtig ist. Meine Mitreisenden waren schnell gefunden - Axel und Andreas, mit denen ich schon mehrfach auf Tour war und Achim, den ich bisher nur über Facebook kannte. Als Unterkunft fanden wir ein Ferienhaus, direkt am Wasser und mit vier Schlafzimmern, welches 2017 neu renoviert wurde und insgesamt 850,- EUR kosten sollte. Somit kostete die Unterkunft pro Nase etwas über 200,- EUR, was unglaublich günstig ist - verglichen mit den üblichen Kosten für ein Hotelzimmer, was am Tag schon soviel kostet. Sicher bietet ein Hotel ein schönes Frühstücksbuffet, nur sind wir zu den üblichen Frühstückszeiten auf Tour und können dieses eh nicht nutzen. Warum also dafür bezahlen? Da im Winter sehr viele Fotografen auf die Lofoten reisen und die Anzahl der preiswerten Unterkünfte arg beschränkt ist, empfehle ich jedem sich frühzeitig um eine geeignete Bleibe zu kümmern. Dann ging es an das buchen der Flüge und des Mietwagens. Es war gar nicht so einfach alle unter einen Hut zu bekommen, zumal wir quer über Deutschland verstreut wohnten. Da Achim und Andreas 10 Tage bleiben wollten und Axel und ich nur 8 Tage, war es nicht ganz so kompliziert die Flüge so zu koordinieren, dass wir möglichst zur gleichen Zeit in Narvik ankamen. Ich flog diesmal direkt ab Berlin Schönefeld mit "Norwegian Air" bis Oslo, wo ich mich mit Axel traf und wir gemeinsam nach Narvik weiterflogen. Es kam auch ein Weiterflug bis Leknes in Betracht, jedoch war dieser erheblich teurer und passte auch zeitmäßig nicht wirklich in unser Konzept. So mussten wir leider die 250 km mit dem Mietwagen planen, was einer Fahrtzeit von ca. 4,5 Stunden entsprechen dürfte. Den Mietwagen buchte ich über Avis, die direkt im Flughafen eine Station unterhalten und die am günstigsten waren. Für die acht Tage und einen Toyota Avensis mit Automatik bezahlten wir 380,- EUR, inkl. Kilometer, zweitem Fahrer und Vollversicherung mit 1.000,- EUR Selbstbeteiligung. Diese, doch recht hohe, Selbstbeteiligung konnte auch nicht durch eine Extragebühr heruntergesetzt werden. Über die Hanse Merkur Versicherung gibt es jedoch eine Versicherung, die diese hohe Selbstbeteiligung, im Schadenfall, übernimmt. Hierfür wurden dann nochmal 40,- EUR fällig, was es uns aber wert war. Als alles organisiert war ging es an die Recherche zu den Locations. Dafür nutze ich Google, Google Earth, TPE, Locationscout und natürlich meine eigenen GPS-Aufzeichnungen aus meiner vorangegangenen Reise auf die Lofoten. Mit der "App PlanIt!" konnte ich Sonnenstand, Gezeiten, Nachthimmel, Spezielle Stunden usw. im Vorfeld recherchieren und abspeichern. Es gibt auch noch andere Apps, wie "TPE", "Sun Surveyor" - aber keine ist so umfangreich und mächtig wie "PlanIt!". Für die Aurora-Vorhersage nutze ich die Apps "Polarlicht" und "Nordlichtmelder", beide kostenlos und ausreichend. Im Internet findet ihr eine gute Vorhersage zu den Polarlichtern unter http://www.gi.alaska.edu/AuroraForecast/Europe . Zu den Lofoten: Die Lofoten sind eine Reise durch eine überwältigende Natur, an jeder Ecke neue Fotospots - eine schöne und gleichzeitig brutale Landschaft. Kleine, geschützte Fischerdörfer und weiße Strände mit kristallklarem Wasser, aufbrausendes Meer und raue See. Ins Wasser hinabstürzende Bergspitzen sehen aus wie die Gipfel der Alpen die direkt im Meer stehen - ein unglaublicher Anblick, den man nicht vergisst. Die Inselwelt der Lofoten liegt ca. 300 km nördlich des Polarkreises und im arktischen Winter herrschen hier beste Bedingungen für das Nordlicht ein überwältigendes Naturschauspiel aus Licht und Farben, das euch ein einzigartiges Erlebnis garantiert. Die ca. 80 Inseln sind alle über filigrane Brücken und kilometerlange Tunnel miteinander und mit dem Festland verbunden, wobei einige der Tunnel bis zu 55 Meter unter dem Meeresspiegel verlaufen. Die Wintermonate überwiegen und die Sommersaison dauert gerade einmal 3 Monate. Zur Ausrüstung: Bekleidungs- und Kameraseitig stellt die Polarlichtfotografie besondere Anforderungen an das Material. Immerhin befinden sich die Locations hoch oben im Norden und im Winter wird es durchaus auch mal kalt. Durch den warmen Golfstrom wird die extreme Kälte aber gut abgemildert und somit sind die Temperaturen erträglich, aber frieren und fotografieren sind keine guten Partner, so dass der richtigen Bekleidung eine immense Bedeutung zukommt. Mit einem Fjällräven Yupik-Parka, warmer Merino- Unterwäsche, Kamik-Stiefeln und einer Fjällräven Winter-Hose war ich sehr gut gerüstet und meine zwei Peacock Taschenöfen und eine ausreichende Anzahl an Heatpaxx Zehenwärmern machten meine Ausrüstung komplett. Zum Fotografieren nahm ich die Canon 5D Mark IV und 5D Mark II mit. Beide "brennen" die Fotos auf einen Vollformat-Sensor, sind mehrfach abgedichtet und somit ideal für widrige Umstände. Ferner kamen lichtstarke Festbrennweiten mit  21 mm und 50 mm und zwei Zoomobjektive mit 16-35 mm und 24-105 mm Brennweite ins Gepäck. Kopflampe mit Rotlicht, Kabelfernauslöser, LEE Verlaufsfilter, LEE Big-Stopper, Polfilter, ND-Filter, Ersatzakkus und natürlich ein stabiles Stativ komplettierten meine Ausstattung. Tag 1: Mein Flug ging ab Berlin Schönefeld mit "Norwegian Air" pünktlich auf die Minute um 14:20 Uhr. Probleme beim Check-in , etwa mit Übergepäck oder mit meinem großen Fotorucksack, hatte ich überhaupt nicht und auch so war ich von dieser Billig-Airline positiv überrascht - nagelneue Boeing`s mit kostenlosem WLAN während des Fluges und ausreichend Platz zum Vordermann. Nach 1 Stunde und 40 Minuten Flug landete ich überpünktlich in Oslo, wo der Winter mit jeder Menge Schnee Einzug gehalten hatte. Hier traf ich mich dann auch mit Axel, der aus München anreiste. Wir hatten uns 2015 in der Bretagne kennengelernt und waren die Jahre darauf oft gemeinsam auf Tour. Leider hatte unser Anschlussflug nach Narvik eine ganze Stunde Verspätung, so dass wir erst um 20:40 Uhr im hohen Norden Norwegens landeten. Nun hieß es noch schnell den Schlüssel für unseren Mietwagen am AVIS Schalter abzuholen, bevor es auf die 4 stündige Fahrt nach Leknes ging. Unser Toyota Hybrid war recht neu, hatte aber einige Macken und ständig irgendwelche Fehlermeldungen die offensichtlich der Kälte, wir hatten minus 20°C, geschuldet waren. Die extrem unbequemen Sitze machten die 250 Kilometer zur Tortur für unser beider Rücken, aber nach 4,5 Stunden Fahrt durch die eisige Nacht Norwegens hatten wir dann endlich unser Ferienhaus um 01:30 Uhr erreicht, wo Achim und Andreas schon auf uns warteten. Tag 2: Trotz der späten und strapaziösen Ankunft war an ausschlafen nicht zu denken. Um 06:30 Uhr klingelte der Wecker und riss mich aus dem Schlaf, denn wir wollten den Sonnenaufgang in Sakrisøy um 08:04 Uhr auf keinen Fall verpassen. Die Sonne würde um diese Jahreszeit hinter uns aufgehen und die ganze Bergkulisse in ein magisches und oranges Licht tauchen. Das Wolkenradar verhieß allerdings nichts gutes, denn genau im Bereich des Sonnenaufganges gab es ein dichtes Wolkenband und dieses würde die Sonnenstrahlen und damit das warme Licht blockieren. Aber Versuch macht Klug, dachten wir uns und vielleicht reist die Wolkendecke ja doch noch ein wenig auf um die Sonnenstrahlen passieren zu lassen. An der Location angekommen, sah es leider dann doch nicht so gut aus. Wir schossen dennoch ein paar Bilder und beschlossen am nächsten Morgen wieder zu kommen um es noch einmal zu probieren. Wir hatten ja ein paar Tage Zeit und an irgendeinem Tag wird es schon klappen mit dem Licht. Nach dem Frühstück fuhren wir dann entlang der E10 zum Flakstatt Beach, stoppten unterwegs noch an einer roten Hütte und schauten uns schon mal um für eine Nacht-Location, die geeignet war um Polarlichter zu fotografieren. Am Abend hielten wir dann noch am Nusfjord, wo ich einen schönen Ice Crack fotografieren konnte, bevor wir wieder zu unserem Ferienhaus fuhren. Mit Polarlichtern sollte es jedoch heute Nacht nicht mehr klappen. Tag 3: Nach kurzem Schlaf ging es die 20 Minuten nach Hamnøy bzw. Sakrisøy, welches direkt neben Hamnøy liegt. Ein Blick an unserem Ferienhaus zum Himmel verhieß nichts gutes, jedoch sagte das Wolkenradar etwas anderes voraus. Also den Toyota gepackt und die vereisten Straßen in Richtung Hamnøy gefahren. Das fahren auf den vereisten Straßen ist recht easy, da die Mietwägen in der Regel alle mit Spikes ausgestattet sind und das Auto auch bei Geschwindigkeiten um 80 km/h noch recht sicher auf der Straße liegt. Mit jedem Kilometer, dem wir unserem Ziel näher kamen, stieg unsere Vorfreude denn am Himmel tat sich eine breite Wolkenlücke auf. Wir entschieden uns jedoch für einen Stopp in Hamnøy und hoben uns Sakrisøy für den nächsten Tag auf, da die Wettervorhersage positiv war. Die Location ist nicht ganz einfach, da sich Hamnøy nur von der Brücke richtig gut fotografieren lässt und es dort ein recht hohes Geländer mit engen Gitterstäben gibt. Fotografen mit einem Stativ, welches über eine ausfahrbare und schwenkbare Mittelsäule verfügt, sind hier ganz klar im Vorteil. Ich hatte meines, aus Gewichtsgründen, zu Hause gelassen und musste meine Optik irgendwie durch die Gitterstäbe zwängen. Allerdings ist das Aufstecken der Filter sehr mühselig und ich musste aufpassen diese nicht geradewegs im Fjord zu versenken. Ich denke, da wird schon einiges an Equipment unterhalb der Brücke im Wasser liegen. Ich und Axel fuhren dann weiter zum Leuchtturm von Buksnes, wo ich gern noch Stunden weiterfotografiert hätte. Aber wir wollten weiter zum Unstad Beach um den Sonnenuntergang mitzunehmen, wobei die Sonne hinter einem Berg hervorkommt um dann hinter dem Horizont unterzugehen. Als wir aus dem Auto stiegen, wehte uns ein eisiger Sturm ins Gesicht und unten am Wasser rollten extrem hohe Wellen über die großen Steine und Felsen an den Strand. Wir balancierten über die großen runden Steine, die zum Teil verschneit waren hinunter zum Wasser und warteten auf den Moment als die Sonne hinter dem Berg hervorlugte. Mit einer hohen Blendenzahl (kleine Öffnung) konnte ich einen schönen Blendenstern an den Himmel zaubern. Nach einer Weile kamen dann auch noch zwei Surfer an den Strand, die im 2°C kalten Wasser und bei - 8°C Außentemperatur ihren Spaß haben wollten und die für uns ein schönes Fotomotiv abgaben, wobei ich schon vom Zuschauen gefroren habe. Tag 4: Heute Morgen sollte es dann endlich mit Sakrisøy klappen. Wir stiegen auf den Berg um einen schönen Blick von oben auf das kleine Örtchen zu haben, welches auf einer kleinen Insel liegt und von markanten Bergen umgeben ist. Im Winter ist der Aufstieg etwas beschwerlich und ohne Spikes an den Stiefeln nicht zu bewerkstelligen. Oben angekommen baute ich mein Stativ am Rand des Abgrundes auf und positionierte gleich noch meine zweite Kamera für ein Time lapse Video. Die hinter uns aufgehende Sonne brachte den Berg hinter Sakrisøy regelrecht zum "glühen" - ein magischer Moment, eingebrannt in meinem Gedächtnis und festgehalten von meiner Kamera. Am Nachmittag fuhren Alex, Andreas und ich zum Strand von Uttakleiv in der Hoffnung auf einen schönen Sonnenuntergang, der die Berge rot erstrahlen lässt. Leider blieb dieses Naturschauspiel aus, aber wir hatten Glück mit dem Wellengang und konnten so einige schöne Bilder mit "Spaghetti-Wasser" auf den Sensor bannen. Nachts ging es dann noch zum Hauland Beach, wo sich die ersten Polarlichter ankündigten und später stoppten wir noch am Flakstatt-Pollen wo es ein regelrechtes Aurora- Feuerwerk gab. Und da der Himmel diese Nacht so gar nicht aufhören wollte zu brennen, fuhren wir noch nach Hamnøy und Reine um die Polarlichter auf unsere Speicherkarten zu bringen, denn dort gibt es diese nur recht selten zu sehen. Tag 5: Reine war das Ziel unserer Morgen-Location und genau wie in Hamnøy und Sakrisøy hofften wir auf eine Wolkenlücke im Himmel und orange glühende Felsen und unsere Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Mittlerweile hat sich der Spot herumgesprochen und das bis hin nach Asien. Somit standen auch schon einige Japaner und Chinesen oben auf der Brücke und warteten darauf, dass die Sonne hinter dem Horizont aus dem Meer steigt und die Berge um Reine herum in goldenes Licht taucht. In den letzten Jahren sind die Sträucher und Bäume unterhalb der Brücke doch recht groß geworden, so dass es eigentlich nur noch zwei Stellen gibt an denen man fotografieren kann, ohne dass Zweige einem die Sicht versperren. Nach den ersten Bildern baute ich ab und machte mich an den Abstieg um noch einige Bilder direkt unten am Fjord zu schießen. Hier unten war ich dann auch fast allein und konnte ungestört arbeiten und meine Position wechseln. Mit einem Polarisationsfilter konnte ich die Spiegelung im Wasser recht gut herausarbeiten, was letztendlich besser aussah. Gleichzeitig hatte ich meine 5D Mark II auf einem stabilen Mini-Stativ aufgebaut und mit einem programmierbaren Kabelfernauslöser verbunden, da ich ein time lapse Video machen wollte. Den Kabelfernauslöser programmierte ich so, dass er aller 5 Sekunden ein Bild machte und nach 250 Bildern dann den Vorgang abbrach. Die 250 Bilder waren nach 20 Minuten auf der Speicherkarte und l dann später für 10 Sekunden Video. Für die Berechnung der Anzahl Bilder und der Frequenz gibt es eine große Anzahl an Apps, oder ihr rechnet das ganze im Kopf. Moderne Kameras können das allerdings schon intern berechnen, wobei die 5D Mark IV sogar das Time lapse-Video intern erstellt - die 5D Mark II kann das allerdings alles nicht. Der Abstand, an dem die Kamera auslöst, ist natürlich abhängig von der Szenerie aus der ihr ein time lapse erstellen wollt. Hier mal ein paar Anhaltspunkte: 1" - fließender Verkehr, sich schnell bewegende Wolken 3" - Menschenmengen, Sonne und Mond in der Nähe vom Horizont • 5" - sich normal bewegende Wolken 10" - sich sehr langsam bewegende Wolken • 30" - sternenklare Nacht 60" - schnell wachsende Pflanzen, Aufbau von Konstruktionen Am Nachmittag fuhr ich dann mit Axel die 2,5 Stunden zur kleinen Holzkirche von Gimsøy, die auf keiner Lofoten-Tour fehlen sollte. Die kleine Straße zur Kirche war eine blanke Eisfläche und selbst mit unseren Spikes in den Reifen unseres Autos mussten wir hier schön langsam fahren. Die Kirche selbst liegt direkt am Wasser ist aus allen Richtungen sehr fotogen und überhaupt nicht überlaufen. Als wir ankamen brachen gerade eine kleine Gruppe eines Workshops auf und somit hatten wir die Location für uns allein. Der Himmel war leider zu wolkenlos, es war extrem kalt und windig und bei mir machten sich die ersten Anzeichen einer Grippe bemerkbar. Als Axel und ich unsere Bilder im Kasten hatten fuhren wir nochmal nach Eggum um den kleinen, aber feinen, Leuchtturm zu fotografieren. Direkt neben dem Leuchtturm stehen ein paar Häuser und die Lichtverschmutzung ist hier recht hoch. Dennoch konnten ich die Ausläufer der Milchstraße fotografisch festhalten und am rechten Horizont erschien das erste Polarlicht. Um das Polarlicht noch besser fotografieren zu können wechselte ich auf die andere Seite des Leuchtfeuers und suchte mir einen Standpunkt, wo der Leuchtturm optisch vom Polarlicht umschlossen war. Tag 6 und Tag 7: Die nächsten beiden Tage fielen für mich leider aus, da ich mit 39° Fieber im Bett lag und ich jeden einzelnen Knochen im Körper spürte. Draußen war es grau in grau und es tobte ein Schneesturm, der den ganzen Tag über anhielt, so dass ich nicht ganz so traurig darüber war im Bett liegen zu müssen. Später in Deutschland, stellte sich dann meine Erkältung aus handfeste Influenza vom Typ B heraus und mein Hausarzt wollte mich gleich ins nächste Krankenhaus einliefern lassen, was ich aber ablehnte. Tag 8: Morgens, so kurz nach Mitternacht, quälte ich mich dann aus meinem warmen Bett und machte mich mit Axel auf in Richtung Flughafen Narvik. Die Fahrt sollte knapp 5 Stunden dauern und unsere beiden Rücken wurden abermals durch die Toyota Sitze strapaziert. Die Außentemperatur-Anzeige im Toyota zeigte kuschelige minus 20°C und während der ganzen Fahrt gab es reichlich Polarlichter zu sehen, die ich sogar aus dem Auto heraus mit dem Handy fotografieren konnte - unglaublich. Kurz vor Narvik tankten wir den Toyota dann noch auf, um die hohen Gebühren des Vermieters dafür zu sparen. Die Tankstellen waren um diese Zeit alle geschlossen, aber die Zapfsäulen verfügen in der Regel über ein Kartenlesegerät, so dass man auch außerhalb der Öffnungszeiten seinen Wagen betanken kann. Unsere Rückreise verlief dann ohne weitere Komplikationen und Flugausfälle, so dass wir pünktlich in Deutschland landeten - im Gepäck viele schöne Erinnerungen und volle Speicherkarten mit noch schöneren Bildern.
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