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ADRESSE Birkenweg 12 16321 Rüdnitz, Deutschland
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FOTOREISE NACH FRANKREICH

14/08/2015 - 18/08/2015 Ich nahm mir im August ein paar Tage Urlaub um einen Landstrich zu besuchen, den ich noch nie besucht hatte die Küste der Bretagne in Frankreich. Ich freute mich auf schöne seascape-Fotos und natürlich auch auf die gute französische Küche. Letzteres sollte sich allerdings als Reinfall herausstellen, wie ich später noch berichten werde. Mein Flug ging mit Air France um 07:00 Uhr ab Berlin Tegel via Paris. In Paris traf ich dann auf Serdar und die anderen. Gemeinsam ging es dann um halb elf weiter in Richtung Brest. Natürlich nicht das Brest in Weißrussland sondern die Hafenstadt Brest in der Bretagne mit ihren knapp 140.000 Einwohnern. Gegen halb zwölf waren wir dann endlich da und konnten unseren Mietwagen am Flughafen in Empfang nehmen. Vom Flughafen ging es erstmal die 60 km ins entfernte Crozon zu unserer Unterkunft. Das „Hostellerie de la Mer“ war klein und lag direkt, wie sollte es anders sein, am Meer. Mein Zimmer war winzig und der Ausblick aus dem Fenster auf eine Mauer war auch nicht gerade der den ich mir vorgestellt hatte. Aber was soll`s, ich war eh nur zum Schlafen hier. Das Hotel hatte aber einen großen Vorteil; Es gab ein wirklich gutes Frühstücks Büfett was keine Wünsche offen ließ. Während der Franzose sich mit einer Tasse Kaffee und einem Croissant früh morgens zufrieden gibt, brauche ich etwas mehr als nur das und das gab es dann auch. Prima, so begann der Tag schon mal positiv. Was hatte ich für die paar Tage alles an Ausrüstung dabei? Zuerst muss man wissen, dass die Bretagne bekannt ist für ihr wechselhaftes Wetter. Auch im August kann es, durch die Nähe zum Atlantik, recht kühl werden. Werden wir im Sommer in Deutschland von Hitzewellen geplagt, so sind die Temperaturen in der Bretagne dann eher angenehm mild. Der meist aus Westen wehende Wind bringt vom Atlantik feuchte Luftmassen mit, so dass es hier häufig regnet. Also gehören zuerst einmal Regenschutz aber auch ein paar warme Sachen für die Abende und Nächte ins Gepäck. An Equipment nahm ich meine Canon 5D Mark II und als Ersatz die 7D Mark II mit. Dazu kamen ein 16-35mm, ein 70-200mm, eine 21mm und 50mm Festbrennweite ins Gepäck. Speicherkarten, Akkus und Kabelfernauslöser sowie LEE Verlaufs- und ND-Filter in verschiedenen Stärken und Ausführungen. Ganz wichtig ein stabiles Stativ was auch mal etwas Wind verträgt und möglichst einen Lasthaken hat wenn der Wind mal etwas stärker über den Atlantik bläst. Zum Putzen der Filter (Regen, Gischt) nahm ich mehrere Mikrofasertücher und Isopropanol Alkohol in einer Sprayflasche mit. Ohne den Alkohol habt Ihr sonst kaum eine Chance die Salzwasserspritzer vernünftig und streifenfrei vom Filter zu putzen. Tag 1 Nach der Ankunft am Hotel ging es gleich wieder weiter nach „Camaret sur Mer“, einer kleinen Gemeinde mit 2.600 Einwohnern. Hier gibt es einen Fischereihafen und der angrenzenden Halbinsel liegen ein paar alte Schiffswracks an Land die ein paar gute Motive abgeben. Zuvor wollten wir noch die gute und hochgelobte französische Küche ausprobieren und versuchten ein Restaurant zu finden welches unsere Gaumen mit nouvelle cuisine verwöhnen würde. Dies gestaltete sich jedoch sehr schwierig um nicht zu sagen unmöglich. Wir fanden kein Restaurant welches bereit war uns um 15:00 Uhr warme Speisen zuzubereiten. Das sollte übrigens auch an den anderen Tagen so bleiben, so dass wir aus Verzweiflung nur zweimal den Schnellimbiss mit dem güldenen "M" aufsuchen konnten. Nach ein paar Fotos von den Wracks ging es weiter zum ersten Highlight dem „Phare du Petit Menu“. Der Leuchtturm wurde 1848 erbaut und liegt westlich von Brest. Er besitzt eine Tragweite von 19 Seemeilen und markiert die Durchfahrt der Meerenge von Brest. Der Leuchtturm selbst lässt sich prima von verschiedenen Seiten aus fotografieren. Ich habe die Position von links unterhalb und die von vorn gewählt. Bei letzterer musste ich auf das Dach eines alten Bunker klettern. Es war etwas schade, dass der Wasserstand etwas niedrig war und die Brandung an den Klippen war auch nicht so stark wie ich es mir erhofft hatte. Für einen schönen weichen Verlauf um die Felsen am Fuße des Leuchtturmes setzte ich einen LEE-ND- Filter in Kombination mit einem weichen Verlaufsfilter ein, probierte aber auch Bilder ohne ND-Filter aus. Den ND-Filter braucht Ihr um die Belichtungszeit eurer Kamera verlängern zu können wenn die Blende- und ISO-Einstellung nicht mehr ausreichen um ausreichend lang zu belichten. Nach 22 Uhr hatten alle ihre Bilder im Kasten und wir fuhren wieder zurück ins Hotel. Tag 2: Nach dem Frühstück fuhren wir zum nahe gelegenen Supermarkt und deckten uns mit Lebensmitteln in Form von Baguette, Frischkäse, Keksen und Getränke ein. Diese Art von Lebensmitteln sollten für die nächsten Tage unsere einzigen bleiben und der Besuch des Supermarktes war immer unser erster Anlaufpunkt des Tages. Unsere heutige Location war die "Côte Granit Rose" mit dem um 1945 erbauten Leuchtturm bei Ploumanc`h. Der 15 m hohe Leuchtturm markiert die Einfahrt in den Hafen von Ploumanac’h und seine Tragweite beträgt 12 Seemeilen (weiß) und 9 Seemeilen (rot). Die "Côte de Granit Rose" (Rosengranit- Küste) liegt in der nördlichen Bretagne zwischen Paimpol und Trébeurden. Wegen seiner bizarren, oft Haushohen, Felsformationen aus rötlichem Granit gilt die Küste als Touristenattraktion und dementsprechend sind tagsüber sehr viele Menschen unterwegs. Seine charakteristische Färbung verdankt der Rosengranit übrigens seinem Gehalt an Hämatit und Alkalifeldspat. An Fotospots mangelt es hier wahrlich nicht, wir hätten hier gut und gerne auch mehrere Tage zubringen können und hätten immer wieder neue Spots entdeckt. Zum Fotografieren solltet Ihr auch hier unbedingt einen ND-Filter im Rucksack haben, damit könnt Ihr die Wasserbewegungen um die Steine schön weichzeichnen. Ich hatte hier einen LEE Big-Stopper im Einsatz der die Belichtung um 10 Blendenstufen verlängerte. Die Stärke des Filters ist aber abhängig von der Helligkeit vor Ort. Der Tidenhub, also der Unterschied zwischen Scheitelpegel (Hochwasser) und dem untersten Pegelstand (Niedrigwasser) beträgt hier mehrere Meter. Ich schätze mal, anhand der Wassermarkierungen, das es so um die 10 Meter sein müssten. Felsen die bei Ebbe mehr oder weniger mühelos erreichbar sind, verschwinden bei Flut mehrere Meter unter Wasser. Das müsst Ihr bedenken wenn Ihr bei Ebbe die roten Granitfelsen runter klettert um an das Wasser zu gelangen. Mir ist es auch passiert, dass ich auf einem Felsen hockend und fotografierend plötzlich vom Wasser eingeschlossen war und dann nur noch mit einem Sprung ins Wasser, die Kamera über meinen Kopf haltend, zum nächst höheren Stein kam. Dazu sind die nassen Felsen sehr glitschig und rutschig, trocken sind die Felsen angenehm griffig. Das Wasser steigt hier sehr schnell an und wer nicht die notwendige Vorsicht walten lässt wird schnell ein Opfer der Fluten. Zwischen den Felsen sind auch immer wieder relativ breite Spalten. Nicht auszudenken wenn man da rein rutscht und sich verklemmt während die Flut unaufhörlich steigt. Nach dem Sonnenuntergang packten wir unsere Sachen zusammen und begaben uns auf die zweistündige Rückfahrt zu unserem Hotel. Zuvor wollten wir im nahegelegenen Ort noch gemeinsam zu Abend essen und den Tag ausklingen lassen. Wir klapperten einige Restaurants ab und, wie sollte es anders sein, bekamen nirgends etwas zu essen. Entweder hieß es: „Wir sind voll ausgebucht“ obwohl mehr als die Hälfte der Tische frei waren oder „Die Küche hat schon geschlossen“. Irgendwie wollten uns die Franzosen in ihren Restaurants nicht haben. Vielleicht lag es an unserem aussehen, ich weiß es nicht. Tag 3 Heute fuhren wir zuerst zum "Pointe de Saint Mathieu" mit seinem gleichnamigen, 37 m hohen, Leuchtturm der auf dem Gelände der "Abtei Saint-Mathieu" errichtet wurde. Seine Tragweite beträgt 29 Seemeilen, was in etwa 55 Kilometern entspricht. Wer will kann die 163 Stufen hinauf steigen und die Aussicht auf den Atlantik und das Hinterland genießen. Das Gelände um die Abtei und den Leuchtturm ist frei zugänglich und eine Touristenattraktion. Demzufolge ist es hier auch recht voll, es finden sich aber an der Küste einige Spots mit gutem Blick auf den Leuchtturm von wo aus man ungestört fotografieren kann. Als wir ankamen war der Himmel stark bedeckt und es nieselte langsam vor sich hin. Nach und nach riss dann der Himmel aber auf und die Sonne ließ sich blicken. Leider gab es nur sehr kleine bis überhaupt gar keine Wellen, so dass die Brandung an den Felsen eher mäßig ausfiel. Links vom Leuchtturm gab es einige Felsvorsprünge die ich hinunter kletterte um dann hockend mein Stativ aufzubauen und meine Kamera mit ND- und Verlaufsfilter bestückt auszurichten. Beim Abstieg solltet Ihr sehr vorsichtig sein, denn die Klippen dürften über 100m hoch sein. Wer hier fällt … Nach 3 Stunden hatte jeder sein Foto und wir fuhren weiter zum „Phare de Kermorvan“. Der Leuchtturm in der bretonischen Gemeinde Le Conquet hat eine Tragweite von 22 Seemeilen und ist das Bindeglied zwischen den Leuchttürmen "Saint-Mathieu" und "Trézien" an der Four-Passage einem wichtigen Seeweg zwischen Festland und dem Molène-Archipel. Der viereckige Leuchtturm wurde 1849 auf einem Felsen am Ende der naturgeschützten Kermorvan- Halbinsel erbaut und stellt den am westlichsten gelegenen Leuchtturm auf dem französischen Festland dar. Der Zugang zum Turm wird über eine Brücke aus Granit sichergestellt. Der Leuchtturm ist nicht zu besichtigen und wird seit 1994 aus Brest ferngesteuert. Die Zufahrt zur Halbinsel besteht aus einer schmalen Straße die an einem kleinen Parkplatz endet. Von hier aus geht es nur noch zu Fuß weiter bis zum Leuchtturm, welcher weitläufig von einem Zaun und einer Mauer umgeben ist. Um auf das Gelände des Leuchtturmes zu gelangen muss man, illegaler Weise, über das Tor oder die Mauer klettern. Allerdings lohnt sich das wirklich. Der Leuchtturm von Kermorvan ist nicht zu toppen, kommt natürlich sehr gut direkt von vorn und bei schönen Wolken mit hohen Wellen und der entsprechenden Brandung an den Felsen. Ich hatte mehrere Perspektiven ausprobiert, doch die direkte von vorn gefiel mir persönlich am besten. Nachts sendet der Leuchtturm vier Lichtstrahlen aus die sich um die Spitze des Turmes drehen. Sehr beeindruckend und schwierig zu fotografieren, da man in der Dunkelheit unter 1 Sekunde belichten muss. Dazu braucht es eine Kamera die mit sehr hohen ISO-Werten zurechtkommt und dabei noch brauchbare Ergebnisse abliefert. Am vierten Tag unserer Fotoreise ging es zum "Pointe de Pontusval". Der Leuchtturm ist eher klein und liegt an einer traumhaften Badebucht mit Sandstrand. Hier war das Wetter viel besser und wärmer als an allen anderen Leuchttürmen die wir zuvor besucht hatten. Als wir ankamen war gerade Ebbe und vom Wasser war weit und breit nichts zu sehen. Die paar Boote in der Bucht lagen alle auf dem Trockenen so dass wir uns erstmal entschlossen im nahen Ort einen Kaffee zu trinken. Am Hafen fanden wir ein nettes Café, was uns auch bedienen wollte und somit genossen wir die wärmenden Sonnenstrahlen beim fachsimpeln auf der Terrasse des Cafés. Als wir wieder am Leuchtturm ankamen war auch das Wasser wieder da und ich erkundete erstmal das weitläufige Gebiet um den Leuchtturm auf der Suche nach den besten Spots. Der Leuchtturm lässt sich von links und von rechts fotografieren, wobei von rechts nur bei Flut gut funktioniert. Die Sonne ging links vom Leuchtturm unter, wobei zum Sonnenuntergang eher Ebbe herrschte und das beides irgendwie fotografisch nicht so richtig zusammen passte. Na egal, es war wie es war und ich entschloss mich erstmal den Leuchtturm bei Tageslicht von links zu fotografieren. Ich suchte mir einen schönen Vordergrund, zog die Hosen aus und ging mit meinem Stativ samt Kamera ins Wasser. Vor die Linse kam ein weicher Verlaufsfilter um den Kontrast zwischen Himmel und Vordergrund auszugleichen. Ich musste einige Fotos probieren um eine schöne Welle auf dem Foto zu erwischen, was auch irgendwann klappte. Als ich mein Foto so hatte wie ich es wollte suchte ich mir einen neuen Spot. Oben am Parkplatz und im trocknen stand eine Reihe von „Knipsern“ mit ihren Kameras und als ich meinen Spot geräumt hatte traute sich der erste runter an den Strand und stellte sein Tripod doch tatsächlich auch ins nasse Wasser des Atlantik. So nach und nach kam der Moment des Sonnenuntergangs näher und ich wechselte auf die andere Seite des Leuchtturmes. Zuvor hatte ich mir den genauen Verlauf der Sonne in meiner App “TPE” angesehen und wusste somit, wo genau die Sonne untergeht. Nachdem ich über einige Felsen geklettert und gesprungen war hatte ich mein Ziel erreicht wo ich hin wollte. Allerdings hockten dort auf dem Felsen mitten im Atlantischen Ozean Serdar und Axel, so dass ich mir einen anderen Spot suchen musste. Für drei war da einfach kein Platz. Der anschließende Sonnenuntergang war dann doch nicht so doll, da sich am Horizont ein breites Wolkenband bildete und das Wasser sehr tief stand. Das war also leider nix, also wechselte ich nach einem Foto wieder auf die andere Seite des Leuchtturmes um noch auf die Dunkelheit und die wieder einsetzende Flut zu warten. Mit der Dunkelheit kam dann die Kälte und die Insekten, tausende von Fliegen oder sowas die auch noch stachen. Wir sind dann irgendwann ins Auto geflüchtet, wo aber auch alles voller Viecher war und traten wieder gegen 22:00 Uhr den Heimweg an. Tag 5 An unserem letzten Tag fuhren wir nochmal zum eckigen Leuchtturm vom "Kermorvan" in der Hoffnung auf mehr Wellen und Wolken. Als wir ankamen war es richtig warm und die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel herab. Wir blieben dennoch und ich probierte ein paar andere Standpunkte aus, blieb dann aber rechts vom Leuchtturm direkt am Meer hängen. Da sich auch einige Pfützen, von der letzten Flut, auf den Felsen gebildet hatten probierte ich das Spiegelbild des Leuchtturmes mit in mein Bild einzubauen. Die Brandung an den Felsen war aber insgesamt viel zu schwach, so dass ich diese als Gestaltungselement nur sehr schlecht nutzen konnte. So nach und nach wurde es wieder dunkel und kälter und wir packten unsere Sachen und fuhren zurück zum Hotel wo wir unsere letzte Nacht verbrachten um dann am nächsten Morgen über Paris wieder zurück in die Heimat zu fliegen.
BRETAGNE Die Leuchttürme der Bretagne
BRETAGNE die leuchttürme der bretagne

FOTOREISE NACH

FRANKREICH

14/08/2015 - 18/08/2015 Ich nahm mir im August ein paar Tage Urlaub um einen Landstrich zu besuchen, den ich noch nie besucht hatte die Küste der Bretagne in Frankreich. Ich freute mich auf schöne seascape- Fotos und natürlich auch auf die gute französische Küche. Letzteres sollte sich allerdings als Reinfall herausstellen, wie ich später noch berichten werde. Mein Flug ging mit Air France um 07:00 Uhr ab Berlin Tegel via Paris. In Paris traf ich dann auf Serdar und die anderen. Gemeinsam ging es dann um halb elf weiter in Richtung Brest. Natürlich nicht das Brest in Weißrussland sondern die Hafenstadt Brest in der Bretagne mit ihren knapp 140.000 Einwohnern. Gegen halb zwölf waren wir dann endlich da und konnten unseren Mietwagen am Flughafen in Empfang nehmen. Vom Flughafen ging es erstmal die 60 km ins entfernte Crozon zu unserer Unterkunft. Das „Hostellerie de la Mer“ war klein und lag direkt, wie sollte es anders sein, am Meer. Mein Zimmer war winzig und der Ausblick aus dem Fenster auf eine Mauer war auch nicht gerade der den ich mir vorgestellt hatte. Aber was soll`s, ich war eh nur zum Schlafen hier. Das Hotel hatte aber einen großen Vorteil; Es gab ein wirklich gutes Frühstücks Büfett was keine Wünsche offen ließ. Während der Franzose sich mit einer Tasse Kaffee und einem Croissant früh morgens zufrieden gibt, brauche ich etwas mehr als nur das und das gab es dann auch. Prima, so begann der Tag schon mal positiv. Was hatte ich für die paar Tage alles an Ausrüstung dabei? Zuerst muss man wissen, dass die Bretagne bekannt ist für ihr wechselhaftes Wetter. Auch im August kann es, durch die Nähe zum Atlantik, recht kühl werden. Werden wir im Sommer in Deutschland von Hitzewellen geplagt, so sind die Temperaturen in der Bretagne dann eher angenehm mild. Der meist aus Westen wehende Wind bringt vom Atlantik feuchte Luftmassen mit, so dass es hier häufig regnet. Also gehören zuerst einmal Regenschutz aber auch ein paar warme Sachen für die Abende und Nächte ins Gepäck. An Equipment nahm ich meine Canon 5D Mark II und als Ersatz die 7D Mark II mit. Dazu kamen ein 16-35mm, ein 70-200mm, eine 21mm und 50mm Festbrennweite ins Gepäck. Speicherkarten, Akkus und Kabelfernauslöser sowie LEE Verlaufs- und ND-Filter in verschiedenen Stärken und Ausführungen. Ganz wichtig ein stabiles Stativ was auch mal etwas Wind verträgt und möglichst einen Lasthaken hat wenn der Wind mal etwas stärker über den Atlantik bläst. Zum Putzen der Filter (Regen, Gischt) nahm ich mehrere Mikrofasertücher und Isopropanol Alkohol in einer Sprayflasche mit. Ohne den Alkohol habt Ihr sonst kaum eine Chance die Salzwasserspritzer vernünftig und streifenfrei vom Filter zu putzen. Tag 1 Nach der Ankunft am Hotel ging es gleich wieder weiter nach „Camaret sur Mer“, einer kleinen Gemeinde mit 2.600 Einwohnern. Hier gibt es einen Fischereihafen und der angrenzenden Halbinsel liegen ein paar alte Schiffswracks an Land die ein paar gute Motive abgeben. Zuvor wollten wir noch die gute und hochgelobte französische Küche ausprobieren und versuchten ein Restaurant zu finden welches unsere Gaumen mit nouvelle cuisine verwöhnen würde. Dies gestaltete sich jedoch sehr schwierig um nicht zu sagen unmöglich. Wir fanden kein Restaurant welches bereit war uns um 15:00 Uhr warme Speisen zuzubereiten. Das sollte übrigens auch an den anderen Tagen so bleiben, so dass wir aus Verzweiflung nur zweimal den Schnellimbiss mit dem güldenen "M" aufsuchen konnten. Nach ein paar Fotos von den Wracks ging es weiter zum ersten Highlight dem „Phare du Petit Menu“. Der Leuchtturm wurde 1848 erbaut und liegt westlich von Brest. Er besitzt eine Tragweite von 19 Seemeilen und markiert die Durchfahrt der Meerenge von Brest. Der Leuchtturm selbst lässt sich prima von verschiedenen Seiten aus fotografieren. Ich habe die Position von links unterhalb und die von vorn gewählt. Bei letzterer musste ich auf das Dach eines alten Bunker klettern. Es war etwas schade, dass der Wasserstand etwas niedrig war und die Brandung an den Klippen war auch nicht so stark wie ich es mir erhofft hatte. Für einen schönen weichen Verlauf um die Felsen am Fuße des Leuchtturmes setzte ich einen LEE- ND-Filter in Kombination mit einem weichen Verlaufsfilter ein, probierte aber auch Bilder ohne ND-Filter aus. Den ND-Filter braucht Ihr um die Belichtungszeit eurer Kamera verlängern zu können wenn die Blende- und ISO-Einstellung nicht mehr ausreichen um ausreichend lang zu belichten. Nach 22 Uhr hatten alle ihre Bilder im Kasten und wir fuhren wieder zurück ins Hotel. Tag 2: Nach dem Frühstück fuhren wir zum nahe gelegenen Supermarkt und deckten uns mit Lebensmitteln in Form von Baguette, Frischkäse, Keksen und Getränke ein. Diese Art von Lebensmitteln sollten für die nächsten Tage unsere einzigen bleiben und der Besuch des Supermarktes war immer unser erster Anlaufpunkt des Tages. Unsere heutige Location war die "Côte Granit Rose" mit dem um 1945 erbauten Leuchtturm bei Ploumanc`h. Der 15 m hohe Leuchtturm markiert die Einfahrt in den Hafen von Ploumanac’h und seine Tragweite beträgt 12 Seemeilen (weiß) und 9 Seemeilen (rot). Die "Côte de Granit Rose" (Rosengranit-Küste) liegt in der nördlichen Bretagne zwischen Paimpol und Trébeurden. Wegen seiner bizarren, oft Haushohen, Felsformationen aus rötlichem Granit gilt die Küste als Touristenattraktion und dementsprechend sind tagsüber sehr viele Menschen unterwegs. Seine charakteristische Färbung verdankt der Rosengranit übrigens seinem Gehalt an Hämatit und Alkalifeldspat. An Fotospots mangelt es hier wahrlich nicht, wir hätten hier gut und gerne auch mehrere Tage zubringen können und hätten immer wieder neue Spots entdeckt. Zum Fotografieren solltet Ihr auch hier unbedingt einen ND-Filter im Rucksack haben, damit könnt Ihr die Wasserbewegungen um die Steine schön weichzeichnen. Ich hatte hier einen LEE Big- Stopper im Einsatz der die Belichtung um 10 Blendenstufen verlängerte. Die Stärke des Filters ist aber abhängig von der Helligkeit vor Ort. Der Tidenhub, also der Unterschied zwischen Scheitelpegel (Hochwasser) und dem untersten Pegelstand (Niedrigwasser) beträgt hier mehrere Meter. Ich schätze mal, anhand der Wassermarkierungen, das es so um die 10 Meter sein müssten. Felsen die bei Ebbe mehr oder weniger mühelos erreichbar sind, verschwinden bei Flut mehrere Meter unter Wasser. Das müsst Ihr bedenken wenn Ihr bei Ebbe die roten Granitfelsen runter klettert um an das Wasser zu gelangen. Mir ist es auch passiert, dass ich auf einem Felsen hockend und fotografierend plötzlich vom Wasser eingeschlossen war und dann nur noch mit einem Sprung ins Wasser, die Kamera über meinen Kopf haltend, zum nächst höheren Stein kam. Dazu sind die nassen Felsen sehr glitschig und rutschig, trocken sind die Felsen angenehm griffig. Das Wasser steigt hier sehr schnell an und wer nicht die notwendige Vorsicht walten lässt wird schnell ein Opfer der Fluten. Zwischen den Felsen sind auch immer wieder relativ breite Spalten. Nicht auszudenken wenn man da rein rutscht und sich verklemmt während die Flut unaufhörlich steigt. Nach dem Sonnenuntergang packten wir unsere Sachen zusammen und begaben uns auf die zweistündige Rückfahrt zu unserem Hotel. Zuvor wollten wir im nahegelegenen Ort noch gemeinsam zu Abend essen und den Tag ausklingen lassen. Wir klapperten einige Restaurants ab und, wie sollte es anders sein, bekamen nirgends etwas zu essen. Entweder hieß es: „Wir sind voll ausgebucht“ obwohl mehr als die Hälfte der Tische frei waren oder „Die Küche hat schon geschlossen“. Irgendwie wollten uns die Franzosen in ihren Restaurants nicht haben. Vielleicht lag es an unserem aussehen, ich weiß es nicht. Tag 3 Heute fuhren wir zuerst zum "Pointe de Saint Mathieu" mit seinem gleichnamigen, 37 m hohen, Leuchtturm der auf dem Gelände der "Abtei Saint-Mathieu" errichtet wurde. Seine Tragweite beträgt 29 Seemeilen, was in etwa 55 Kilometern entspricht. Wer will kann die 163 Stufen hinauf steigen und die Aussicht auf den Atlantik und das Hinterland genießen. Das Gelände um die Abtei und den Leuchtturm ist frei zugänglich und eine Touristenattraktion. Demzufolge ist es hier auch recht voll, es finden sich aber an der Küste einige Spots mit gutem Blick auf den Leuchtturm von wo aus man ungestört fotografieren kann. Als wir ankamen war der Himmel stark bedeckt und es nieselte langsam vor sich hin. Nach und nach riss dann der Himmel aber auf und die Sonne ließ sich blicken. Leider gab es nur sehr kleine bis überhaupt gar keine Wellen, so dass die Brandung an den Felsen eher mäßig ausfiel. Links vom Leuchtturm gab es einige Felsvorsprünge die ich hinunter kletterte um dann hockend mein Stativ aufzubauen und meine Kamera mit ND- und Verlaufsfilter bestückt auszurichten. Beim Abstieg solltet Ihr sehr vorsichtig sein, denn die Klippen dürften über 100m hoch sein. Wer hier fällt … Nach 3 Stunden hatte jeder sein Foto und wir fuhren weiter zum „Phare de Kermorvan“. Der Leuchtturm in der bretonischen Gemeinde Le Conquet hat eine Tragweite von 22 Seemeilen und ist das Bindeglied zwischen den Leuchttürmen "Saint-Mathieu" und "Trézien" an der Four-Passage einem wichtigen Seeweg zwischen Festland und dem Molène-Archipel. Der viereckige Leuchtturm wurde 1849 auf einem Felsen am Ende der naturgeschützten Kermorvan-Halbinsel erbaut und stellt den am westlichsten gelegenen Leuchtturm auf dem französischen Festland dar. Der Zugang zum Turm wird über eine Brücke aus Granit sichergestellt. Der Leuchtturm ist nicht zu besichtigen und wird seit 1994 aus Brest ferngesteuert. Die Zufahrt zur Halbinsel besteht aus einer schmalen Straße die an einem kleinen Parkplatz endet. Von hier aus geht es nur noch zu Fuß weiter bis zum Leuchtturm, welcher weitläufig von einem Zaun und einer Mauer umgeben ist. Um auf das Gelände des Leuchtturmes zu gelangen muss man, illegaler Weise, über das Tor oder die Mauer klettern. Allerdings lohnt sich das wirklich. Der Leuchtturm von Kermorvan ist nicht zu toppen, kommt natürlich sehr gut direkt von vorn und bei schönen Wolken mit hohen Wellen und der entsprechenden Brandung an den Felsen. Ich hatte mehrere Perspektiven ausprobiert, doch die direkte von vorn gefiel mir persönlich am besten. Nachts sendet der Leuchtturm vier Lichtstrahlen aus die sich um die Spitze des Turmes drehen. Sehr beeindruckend und schwierig zu fotografieren, da man in der Dunkelheit unter 1 Sekunde belichten muss. Dazu braucht es eine Kamera die mit sehr hohen ISO-Werten zurechtkommt und dabei noch brauchbare Ergebnisse abliefert. Am vierten Tag unserer Fotoreise ging es zum "Pointe de Pontusval". Der Leuchtturm ist eher klein und liegt an einer traumhaften Badebucht mit Sandstrand. Hier war das Wetter viel besser und wärmer als an allen anderen Leuchttürmen die wir zuvor besucht hatten. Als wir ankamen war gerade Ebbe und vom Wasser war weit und breit nichts zu sehen. Die paar Boote in der Bucht lagen alle auf dem Trockenen so dass wir uns erstmal entschlossen im nahen Ort einen Kaffee zu trinken. Am Hafen fanden wir ein nettes Café, was uns auch bedienen wollte und somit genossen wir die wärmenden Sonnenstrahlen beim fachsimpeln auf der Terrasse des Cafés. Als wir wieder am Leuchtturm ankamen war auch das Wasser wieder da und ich erkundete erstmal das weitläufige Gebiet um den Leuchtturm auf der Suche nach den besten Spots. Der Leuchtturm lässt sich von links und von rechts fotografieren, wobei von rechts nur bei Flut gut funktioniert. Die Sonne ging links vom Leuchtturm unter, wobei zum Sonnenuntergang eher Ebbe herrschte und das beides irgendwie fotografisch nicht so richtig zusammen passte. Na egal, es war wie es war und ich entschloss mich erstmal den Leuchtturm bei Tageslicht von links zu fotografieren. Ich suchte mir einen schönen Vordergrund, zog die Hosen aus und ging mit meinem Stativ samt Kamera ins Wasser. Vor die Linse kam ein weicher Verlaufsfilter um den Kontrast zwischen Himmel und Vordergrund auszugleichen. Ich musste einige Fotos probieren um eine schöne Welle auf dem Foto zu erwischen, was auch irgendwann klappte. Als ich mein Foto so hatte wie ich es wollte suchte ich mir einen neuen Spot. Oben am Parkplatz und im trocknen stand eine Reihe von „Knipsern“ mit ihren Kameras und als ich meinen Spot geräumt hatte traute sich der erste runter an den Strand und stellte sein Tripod doch tatsächlich auch ins nasse Wasser des Atlantik. So nach und nach kam der Moment des Sonnenuntergangs näher und ich wechselte auf die andere Seite des Leuchtturmes. Zuvor hatte ich mir den genauen Verlauf der Sonne in meiner App “TPE” angesehen und wusste somit, wo genau die Sonne untergeht. Nachdem ich über einige Felsen geklettert und gesprungen war hatte ich mein Ziel erreicht wo ich hin wollte. Allerdings hockten dort auf dem Felsen mitten im Atlantischen Ozean Serdar und Axel, so dass ich mir einen anderen Spot suchen musste. Für drei war da einfach kein Platz. Der anschließende Sonnenuntergang war dann doch nicht so doll, da sich am Horizont ein breites Wolkenband bildete und das Wasser sehr tief stand. Das war also leider nix, also wechselte ich nach einem Foto wieder auf die andere Seite des Leuchtturmes um noch auf die Dunkelheit und die wieder einsetzende Flut zu warten. Mit der Dunkelheit kam dann die Kälte und die Insekten, tausende von Fliegen oder sowas die auch noch stachen. Wir sind dann irgendwann ins Auto geflüchtet, wo aber auch alles voller Viecher war und traten wieder gegen 22:00 Uhr den Heimweg an. Tag 5 An unserem letzten Tag fuhren wir nochmal zum eckigen Leuchtturm vom "Kermorvan" in der Hoffnung auf mehr Wellen und Wolken. Als wir ankamen war es richtig warm und die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel herab. Wir blieben dennoch und ich probierte ein paar andere Standpunkte aus, blieb dann aber rechts vom Leuchtturm direkt am Meer hängen. Da sich auch einige Pfützen, von der letzten Flut, auf den Felsen gebildet hatten probierte ich das Spiegelbild des Leuchtturmes mit in mein Bild einzubauen. Die Brandung an den Felsen war aber insgesamt viel zu schwach, so dass ich diese als Gestaltungselement nur sehr schlecht nutzen konnte. So nach und nach wurde es wieder dunkel und kälter und wir packten unsere Sachen und fuhren zurück zum Hotel wo wir unsere letzte Nacht verbrachten um dann am nächsten Morgen über Paris wieder zurück in die Heimat zu fliegen.
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